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Das FBI kommt vom Weg ab
von Daniel Pipes
New York Sun
6. Juli 2004
Englischer Originaltext: The FBI Loses Its Way [with Marwan Kreidie]
Übersetzung: H. Eiteneier
Es ist an der Zeit sich Sorgen zu machen, wenn das Federal Bureau of Investigation, Amerikas Bundespolizei, immer wieder nicht ausmachen kann, wer im Krieg gegen den Terror Freund und wer Feind ist.
Die Geschichte der Ehrung der falschen amerikanischen Muslime durch das FBI beschreibt das Problem.
Vor ein paar Wochen schlug das FBI wieder zu und ehrte Marwan Kreidie, einen Aktivisten aus Philadelphia, mit dem Community Leadership Award, weil er „dem FBI-Büro sehr hilfreich war" und besonders für seine Bemühungen „Terrorakte zu identifizieren, verhindern und zum Erliegen zu bringen". Kreidie lässt die tiefe Besorgnis aufkommen, dass das FBI weiterhin nicht in der Lage ist, den Krieg zu verstehen, den es kämpft.
Erst einmal hat Kreidie wiederholt die Antiterror-Maßnahmen verdammt und meines Wissens nie auch nur eine einzige gut geheißen. Er
- verurteilte die Befragung von rund 5.000 Ausländern, die mit temporären Visa aus Ländern kamen, die aktive Terrorzellen beherbergen, als Hinweis auf „schlampige Polizeiarbeit" und „lächerlich".
- war „entsetzt" über die Maßnahmen, die von einreisenden Ausländern Fingerabdrücke, Fotografien und Details über ihre Reisepläne verlangte. „Für mich als amerikanischen Staatsbürger ist das beängstigend."
- verglich wütend das Terrorism Information and Prevention System (TIPS = Terror-Informations- und Verhinderungssystem) als „ein nationales System für besorgte Arbeiter, verdächtige Aktivitäten zu melden" der berüchtigten Stasi der DDR.
- war gegen den USA Patriot Act und sagte, dass er die „Jagd" auf Araber und Muslime eröffnet habe.
- verzichtete empört auf das Angebot der Regierung „verlässliche und nützliche" Informationen über Terroristen zu belohnen, die die amerikanische Staatsbürgerschaft auf dem kurzen Weg bekommen sollten: „Das ist Bestechung und widerlich."
- prangerte die Konzentration auf die Deportation sich illegal in den USA befindlicher Ausländer aus arabischen und muslimischen Staaten – der Quelle fast allen Terrorismus in den Vereinigten Staaten – als „voreingenommen" an.
Im Großen und Ganzen lehnt Kreidie die Antiterrormaßnahmen der Gesetzeshüter als „massives Eindringen in zivile Freiheiten" ab, die Araber und muslimische Amerikaner „erbosten". Er charakterisierte die Antiterror-Anstrengungen sogar als „nicht verfassungsgemäß".
Zum Zweiten greift Kreidie die Bush-Administration heftig an. Er verurteilte, was er die „von Präsident Bush und seinem Bundesstaatsanwalt John Ashcroft gestarteten Anschläge auf die Menschenrechte" nennt. Er beschuldigte George W. Bush einer „Litanei antiarabischer und muslimischer Taten". Bei einer Gelegenheit nannte er den Bundesstaatsanwalt (der unter anderem auch das FBI beaufsichtigt) als „diesen geistesgestörten Ashcroft".
Zum Dritten leugnet Kreidie, dass amerikanische Muslime irgendetwas mit dem Terrorismus zu tun haben. „Niemand in meiner Gemeinschaft unterstützt Osama", hat er verkündet und damit vorab die Muslime von Verbindungen zu Al-Qaida freigesprochen; das verursacht Verwunderung, wie viel Hilfe er dem FBI leisten kann. Nachdem der amerikanische Präsident persönlich die Papiere unterzeichnete, die die Holy Land Foundation verbot (eine islamische „Wohlfahrtsorganisation") und der Finanzminister sie als eine Organisation beschrieb, die „existiert um in den USA Gelder aufzubringen, um damit den Terror zu fördern", bestand Kreidie darauf, dass die Stiftung eine legitime Wohlfahrtsorganisation sei. Als Pennsylvanias Finanzministerin Barbara Hafer den Verdacht äußerte, dass von Personen mit arabischen Namen gestohlene $210.000 mit dem Terrorismus in Verbindung stehen könnten, fiel Kreidie über ihr Statement her und bezeichnete es als grundlos und hetzerisch.
Wenn man seine Ansichten zusammenfasst, dann hat Kreidie gesagt, dass die Zusammenarbeit mit dem FBI für amerikanische Araber und Muslime „Zeitverschwendung" ist.
Wie genau konnte dieser Anti-Antiterror-, Anti-Bush, Anti-Ashcroft- und Anti-FBI-Mensch dabei helfen „Terrorakte zu identifizieren, verhindern und zum Erliegen zu bringen"? Bei der Vorlage dieser Liste der Aussagen Kreidies lehnte das FBI-Büro in Philadelphia einen Kommentar ab.
Wenn eine führende Polizeibehörde wie das FBI derart politisch exponiert ist, dass es denjenigen Auszeichnungen verleiht, die es angreifen, dann erscheint der Sieg im Krieg gegen den Terror zunehmend in weite Ferne gerückt. Die Polizei muss ihre Arbeit machen und nicht sich selbst durch die Ehrung ihrer Gegner selbst Hindernisse in den Weg stellen.
Verwandte Themen: Krieg gegen den Terror, Muslime in den USA, US-Politik
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