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Hisbollah siegt, Israel lässt nach

von Daniel Pipes
New York Sun
3. Februar 2004

Englischer Originaltext: Hezbollah's Victory, Israel's Decline
Übersetzung: H. Eiteneier

Als er 1787 kurz vor dem Ende der Verfassung gebenden Versammlung in Philadelphia gefragt wurde, ob man eine Monarchie oder eine Republik geschaffen habe, antwortete Benjamin Franklin: „Eine Republik, wenn man sie erhalten kann."

An seinen Pessimismus erinnert man sich, wann immer eine Republik einen fürchterlichen Fehler macht – von der französischen Appeasement-Politik gegenüber Deutschland in den 1930-ern über die amerikanische Politik des „Schritt für Schritt" in Vietnam bis hin zur südkoreanischen „Sonnenschein-Politik", die heute im Gange ist.

Franklins Sorgen erschienen Donnerstag letzter Woche erneut aktuell, als Israel einen äußerst ungewöhnlichen Tausch durchführte – mit der Hisbollah, einer der weltweit führenden Terrorgruppen.

Im Austausch für einen israelischen, zivilen Gauner, der bei der Ausübung dubioser Geschäfte gefangen genommen wurde, sowie den sterblichen Überresten dreier israelischer Soldaten ließ Israel 429 lebende Terroristen und Kriminelle frei, darunter 400 Palästinenser, 23 Libanesen, fünf andere Araber und einen Deutschen; dazu kamen noch 59 Leichname.

Es überrascht nicht sonderlich zu erfahren, dass – wie es die New York Times beschreibt – dieser Austausch „einen Tag nationaler Feiern" im Libanon verursachte und eine „ernste" Stimmung in Israel. Genauso wenig erstaunt es zu hören, dass der israelische Premierminister Ariel Scharon die Gegenwart als „keine Zeit der Freude" beschreibt.

Scharon fuhr fort seine Motive für die Durchführung des Austauschs zu erklären, indem er auf die Verwandten der toten israelischen Soldaten verwies: „Drei liebe Familien, deren Mitglieder in den 40 vergangenen Monaten keine Ruhe kannte, werden nun in der Lage sein, ihre Trauer an ein bescheidenes Grab zu tragen und die Fassung wurde als Versprechen gehalten und Recht und eine moralische Entscheidung wurden trotz des hohen Preises getroffen."

Mit anderen Worten: Eine wichtige staatspolitische Entscheidung wurde getroffen, um drei Familien einen kleinen Trost zu bringen. Was sind aber für Israel die strategischen Konsequenzen dieses Akts scheinbarer Moralität?

Die Regierung Scharon hat auch ihre Verbündeten im globalen Krieg gegen den Terror im Stich gelassen.

Diese vielen negativen Folgen werfen Fragen über die Moralität dieser Handlung der israelischen Regierung auf.

In den ersten Jahrzehnten seiner Existenz war Israels strategisches Können legendär und verwandelte ein schwaches Land in eine regionale Großmacht. Das letzte Jahrzehnt hat den gegenteiligen Prozess erlebt, durch den die Großmacht sich selbst auf ein verlockendes Ziel reduziert hat. Dass dieser Wandel vollkommen selbst verschuldet ist und durch den demokratischen Prozess erzielt wurde, lässt Benjamin Franklins prophetische Sorge nur allzu real werden.

Wann wird dieser Abstieg enden? Und wie viel Schaden wird bis dahin angerichtet worden sein?

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