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Profiling praktizieren oder nicht?

von Daniel Pipes
New York Sun
21. September 2004

Englischer Originaltext: To Profile or Not to Profile?
Übersetzung: H. Eiteneier

Sollten die Gesetzeshüter Profile von Muslimen erstellen oder nicht?

Amnesty International USA antwortet nachdrücklich mit Nein. Es behauptet in einem letzte Woche veröffentlichten Bericht, dass die Benutzung von „Rasse, Religion, Herkunftsland oder ethnischem und religiösen Erscheinungsbild als Vollmacht für einen Verdacht" durch die Gesetzeshüter rund 32 Millionen Menschen in den USA Schaden zugefügt hat. Es behauptet gar, dass dieses Vorgehen „die nationale Sicherheit untergräbt".

Die Gesetzeshüter streiten natürlich kategorisch jede Art von Profiling ab. Aber ich stimme Amnesty International zu, dass es stattfindet. Insbesondere sind Terrorverdächtige festgehalten worden, für deren Verhaftung es keinen anderen plausiblen Grund gibt, als sie als „wichtige Zeugen" für ein Verbrechen zu bezeichnen.

Bedenken Sie den Fall von Abdullah Al Kidd, einem amerikanischen Konvertiten zum Islam, der von den US-Behörden als wichtiger Zeuge Anfang 2003 zwei Wochen lang festgehalten und dann entlassen wurde. Gefragt, warum er festgehalten wurde, nannte Norm Brown, ein FBI-Supervisor, drei Warnlampen, die angegangen seien:

Aber ich als Experte für den militanten Islam arbeite routinemäßig in allen drei von Kidds „Warnlampen-Aktivitäten". Meine Internetseite weist ein starkes Interesse für Jihad auf; ich habe persönlich und institutionell die Lehren radikaler Scheiks verbreitet; und ich habe ein Archiv an Material über den 11.9. zusammengetragen. Bei mir als Nicht-Muslim haben diese Aktivitäten allerdings (bisher) keinen Verdacht erregt.

Eindeutig wurde Kidd zum Teil wegen seiner islamischen Identität festgehalten. Er war auch nicht der einzige Muslim in den USA, dessen Religion bei seiner Verhaftung eine Rolle spielte.

Weiter gefasst merkt Anjana Malhotra an, dass von den 57 Personen, die als wichtige Zeugen in Zusammenhang mit Terror-Untersuchungen verhaftet wurden, „bis auf einen alle der verhafteten wichtigen Zeugen Muslime waren". Kurz gesagt: In den trüben Gewässern der Terror-Vorbeugung ist wichtig, wer man ist. Also: Ja, Profiling findet ausdrücklich statt.

Und so sollte es sein. Die Kommission zum 11.9. stellte fest, dass islamistischer Terror die „katastrophale Bedrohung" ist, der sich Amerika gegenüber sieht und mit extrem wenigen Ausnahmen sind nur Muslime am islamistischen Terror beteiligt. Daher wäre es ein Fehler, Nichtmuslimen genauso viel Aufmerksamkeit zu widmen wie Muslimen.

Amnesty International ignoriert darüber hinaus, dass einige Fälle vorbeugender Verhaftungen Wirkung gezeigt haben. Dadurch wurde Terror verhindert (Mohammed Junaid Babar, Maher Hawash, Zakaria Soubra, James Ujaama) und man konnte sich um weitere Verbrechen kümmern (Mohdar Abdullah, Nabil Almarabh, Omar Bakarbashat, Soliman S. Biheiri, Mohammed Al-Qudhayin).

Weiterhin könnten viele Fälle wichtiger Zeugen, die noch entschieden werden müssen, zu Verurteilungen führen, wie die von Ismael Selim Elbarasse, Mohammed Kamal Elzahabi, Ali Saleh Kahlah al-Marri, Jose Padilla, Uzair Paracha und Mohammed Abdullah Warsame.

Amnesty International hat den Handschuh hingeworfen, indem es den zivilen Freiheiten höhere Priorität einräumt als dem Schutz vor islamistischem Terror. Im Gegensatz dazu mache ich mir mehr Sorgen wegen Mega-Terror – z.B. eine „schmutzige Bombe" mitten in Manhattan – als darum, dass ein unschuldiger Mensch etwas Zeit im Gefängnis verbringt.

Profiling erweist sich immer mehr als das umstrittenste Thema des derzeitigen Krieges. Westliche Regierungsbehörden müssen aufhören, sich hinter scheinheiligen Dementis zu verstecken und die Frage aufrichtig angehen.

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