Daniel Pipes
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Im Irak auf Kurs bleiben - ihn aber verändern

von Daniel Pipes
New York Sun
24. Oktober 2006

Englischer Originaltext: In Iraq, Stay the Course - but Change It
Übersetzung: H. Eiteneier

Darf ich, während die Politik der Koalition eine Krise erlebt, eine Idee wieder aufbringen, auf der ich seit April 2003 herumreite? Sie bietet einen Weg aus der derzeitigen Diskussion darüber, ob man den Kurs halten (wie Präsident George W. Bush es seit langem vertritt) oder die Truppen nach Vorgabe eines kurzen Zeitplan abziehen sollte (wie seine Kritiker es verlangen).

Meine Lösung liegt genau dazwischen: „Auf Kurs bleiben – aber den Kurs verändern." Ich schlage vor die Koalitionsstreitkräfte aus den bewohnten Gebieten des Irak herauszunehmen und in der Wüste zu stationieren.

Auf diese Weise bleiben die Truppen definitiv im Irak, sind aber weit entfernt von den städtischen Gemetzeln. Das erlaubt den amerikanisch geführten Truppen wichtige Aufgaben auszuführen (Grenzen schützen, Öl und Gas fließen weiter lassen, sicherstellen, dass kein Saddam-artiges Monster an die Macht kommt), während sie ihre nicht wesentliche Arbeit (auf den Straßen für Ordnung sorgen, die eigenen Kasernen bewachen) beenden.

Über diese Einzelheiten hinaus würde eine solche Truppenverlegung einen tiefgreifenden Wechsel zum Besseren einschließen. Er bedeutet:

Die Lage im Irak ist zu einer Quelle tiefer innenpolitischer Feindschaft in den Koalitionsstaaten, besonders in den USA und Großbritannien; sie kann aber dadurch gedreht werden, dass man feststellt, dass die Risiken dort eigentlich recht unbedeutend sind und auf dieser Grundlage dann die Mittel und Ziele anpasst. Empfinden Sie, lieber nicht irakischer Leser, große Gefühle für die Zukunft des Irak? Ich habe den starken Verdacht, dass das nicht der Fall ist.

Die Iraker wollen ihr Land besitzen und die Völker in den Staaten, die die im Irak dienenden Truppen stellen, sind der hoffnungslosen Bemühungen müde geworden, ihn in etwas Besseres zu verwandeln, als er es ist. Beide Anliegen können befriedigt werden, indem man die Koalitionstruppen in der Wüste stationiert, wo sie sich auf die wesentlichen Aufgaben der Aufrechterhaltung der territorialen Integrität des Irak, des Erhalts des Flusses der fossilen Brennstoffe und der Verhinderung eines humanitären Desasters konzentrieren können.

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Vorstellung entwickelt, dass die USA, wenn sie ihre Interessen schützen, indem sie in ein Land einmarschieren, sie dann auch die moralische Verpflichtung haben es wiederherzustellen. Diese „Die Maus, die brüllte"- oder „Machst du es kaputt, musst du es bezahlen"-Annahme ist falsch und muss neu bewertet werden. Ja, es gibt Gelegenheiten, wo diese Art von Wiederaufbau angemessen ist, aber das muss von Fall zu Fall entschieden werden, wobei man sich strikt an Machbarkeit und amerikanischen Interessen orientiert. Der Irak – ein endemisch gewalttätiges Land – versagt bezüglich beiden Kriterien.

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