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Vorhersage von Mark Steyn: Europa ist am Ende

von Daniel Pipes
New York Sun
14. November 2006

Englischer Originaltext: Europe is Finished, Predicts Mark Steyn
Übersetzung: H. Eiteneier

Mark Steyn, politischer Kolumnist und Kulturkritiker, hat ein bemerkenswertes Buch geschrieben: America Alone: The End of the World as We Know It (Allein Amerika: Das Ende Welt, die wir kennen). Er hat eine Kombination von Vorzügen, die in ihrem Zusammentreffen ungewöhnlich sind – Humor, genaue Berichte und tief gehendes Denken – und wendet diese auf das folgerichtigste Thema unserer Zeit an: die islamistische Bedrohung der Welt.

Steyn bietet eine verheerende These, stellt sie allerdings stückchenweise dar; daher werde ich sie hier zusammenführen.

Er beginnt mit dem Erbe zweier Totalitarismen. Durch die Traumatisierung der Anziehungskraft des Faschismus bei Wahlen wurden die europäischen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg von oben nach unten aufgebaut, „um die politische Klasse fast vollständig von populistischem Druck zu isolieren". Das Ergebnis war, dass das Establishment „inzwischen die Wählerschaft als Kinder betrachtet".

Der zweite Punkt ist, dass die sowjetische Bedrohung während des Kalten Krieges die durch die schwachen Antworten Europas (und Kanadas) ungeduldig gewordenen amerikanischen Regierungen dazu brachte, praktisch dessen Verteidigung zu übernehmen. Diese gütige und weitsichtige Politik führte zum Sieg von 1991, hatte aber auch den unbeabsichtigten und heilsamen Nebeneffekt Europas Finanzhaushalte für den Aufbau des Sozialstaates freizustellen. Dieser Sozialstaat hat einige schädliche Folgen.

Die Wirtschaftsmaschinerie am Laufen zu halten bedeutete „Gastarbeiter" zu akzeptieren. Statt einen langfristigen Plan auszuführen, um sich auf die benötigten vielen Millionen Einwanderer vorzubereiten, schossen die Eliten Europas den Ball unkontrolliert aus dem eigenen Feld hinaus und hießen fast jeden willkommen, der bei ihnen auftauchte. Kraft der geographischen Nähe, der auf Hochtouren laufenden Bevölkerungsentwicklung und einer zu Krisen neigenden Umwelt ist der „Islam heute der wichtigste Lieferant der neuen Europäer", schreibt Steyn.

Mark Steyn

Weil sie in einer Zeit der demographischen, politischen und kulturellen Schwäche dort ankommen, verändern die Muslime Europa grundlegend. „Der Islam hat die Jugend und die Willenskraft, Europa hat das Alter und den Sozialstaat." Anders ausgedrückt: „Der vormoderne Islam besiegt das postmoderne Christentum." Ein Großteil der westlichen Welt, sagt Steyn schlichtweg voraus, „wird das 21. Jahrhundert nicht überleben und ein großer Teil wird praktisch noch zu unseren Lebzeiten verschwinden, darunter viele, wenn nicht die meisten europäischen Staaten". Dramatisch fügt er hinzu: „Es das Ende der Welt ist, die wir kennen".

(Im Gegensatz dazu glaube ich, dass Europa noch die Zeit hat dieses Schicksal abzuwenden.)

America Alone beschäftigt sich ausführlich mit dem, was Steyn „die großen Kräfte" nennt, die „in der entwickelten Welt im Spiel sind und Europa zu entkräftet zurückgelassen haben, um seiner unerbittlichen Verwandlung zu Eurabia Widerstand leisten zu können". Die Nachfolge-Bevölkerung Europas steht bereits in den Startlöchern und „die einzige Frage ist, wie blutig die Übergabe der Immobilien sein wird". Er interpretiert die Anschläge von Madrid und London, wie auch die Ermordung Theo van Goghs in Amsterdam als die ersten Schüsse des Bürgerkriegs in Europa und erklärt: „Jetzt ist Europa die Kolonie."

Der Titel America Alone bezieht sich auf Steyns Erwartung, dass die USA – mit ihrem „relativ gesunden demographischen Profil" – als einziger Überlebender aus dieser Feuerprobe hervorgehen werden. „Europa ist im Sterben begriffen, Amerika nicht." Daher „ist der Kontinent auf eine Weise zu haben, wie Amerika es nicht ist". Steyns Zielgruppe sind in erster Linie die Amerikaner: Passt auf, sagte er, oder dasselbe wird euch passieren.

Auf die wichtigsten Punkte gekürzt, empfiehlt er zwei Maßnahmen: Erstens sollen die „aufgedunsenen Sozialsysteme Europas" gemieden werden; man sollte sie zu nicht weniger als einer Bedrohung der nationalen Sicherheit erklären, den Staat zurücknehmen und die Vorzüge des Vertrauens auf sich selbst und individueller Innovation betonen. Zweitens soll die „imperiale Unterspannung" vermieden werden – versteckt euch nicht in der Festung Amerika, sondern vernichtet die Ideologie des radikalen Islam, helft den Islam zu reformieren und bringt die westliche Zivilisation an neue Orte. Nur wenn die Amerikaner „den Willen aufbringen können zumindest einen Teil der neu aufkommenden Welt zu formen", werden sie genug Gesellschaft habe, um weiterzumachen. Versagen sie darin, dann ist ein „neues Mittelalter" zu erwarten, „ein Planet, auf dem ein großer Teil der Landkarte wieder ins Primitive zurückgeworfen ist".

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