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von Daniel Pipes
New York Sun
16. März 2004
Englischer Originaltext: [The Khadrs:] Canada's First Family of Terrorism
Übersetzung: H. Eiteneier
Wir sind eine Al Qaida-Familie." Das sagte einer der Khadrs aus dem muslimisch-kanadischen Haushalt, dessen praktisch zielstrebige Ergebenheit an Osama bin Laden wichtige Lehren für den Westen enthält.
Ihre Geschichte begann 1975, als Ahmed Said al-Khadr seine Heimat Ägypten verließ um nach Kanada zu gehen und dort bald eine örtliche Palästinenserin heiratete. Er studierte Computer-Ingenieur-Wissenschaften an der Universität von Ottawa und beteiligte sich an Forschungsarbeiten für eine große Telekommunikationsfirma. Nach der sowjetischen Invasion Afghanistans begann Kahdr für Human Concern International zu arbeiten, einer 1980 gegründeten Wohltätigkeits-Gesellschaft aus Ottawa, angeblichen mit dem Ziel menschliches Leiden zu lindern", aber mit einer Geschichte der Werbung für den militanten Islam.
1985, im Zuge der Arbeit in Afghanistan, traf Khadr bin Laden und wurde sein enger Vertrauter. Manchmal wurde Khadr als der höchstrangige der 75 kanadischen Operativen der Al Qaida in Kanada beschrieben.
Die kanadische Bundesregierung wurde ihrem naiven Ruf gerecht und spendete 325.000 kanadische Dollar an HCI. Besonders von 1988 bis 1997 erhielt HCI kanadische Steuergelder und arbeitete gleichzeitig mit Al Qaida zusammen.
Die bürokratischen Naivlinge in Ottawa fanden weiterhin nichts Schlimmes an Khadr, selbst nachdem er von den pakistanischen Behörden 1995 verhaftet wurde, weil er HCI-Gelder in diesem Jahr einschleuste, um eine Terror-Aktion der Al Qaida zu bezahlen – einen Anschlag auf die ägyptische Botschaft in Pakistan, bei dem 18 Menschen starben. Im Gegenteil: Kanadas Premierminister Jean Chrétien nutzte einen Staatsbesuch in Pakistan dazu, bei seinem pakistanischen Gegenüber zu Gunsten Khadrs zu intervenieren.
Dieser äußerst ungewöhnliche Schritt hatte Erfolg; Khadr wurde bald frei gelassen und kehrte nach Kanada zurück. 1996 gründete er mit seiner Frau eine islamische Wohltätigkeits-Gesellschaft, die sie Health and Education Project International" (Gesundheits- und Bildungs-Projekt International) nannten. Als die Taliban einige Monate später die Kontrolle über Afghanistan übernahmen, setzten sich die Eltern mit ihren sechs Kindern dorthin ab. Durch seine enge Zusammenarbeit mit bin Laden wurde Khadr für seine militant-islamische Schärfe bekannt, was dazu führte, dass ein Franzose in Afghanistan sich so über ihn äußerte: Ich habe nie solche Feindseligkeit gesehen, jemanden, der derart gegen den Westen ist."
Wie andere Al Qaida-Führer verschwand Khadr bald nach dem 11.9. von der Bildfläche. Er verbrachte zwei Jahre auf der Flucht und tauchte erst im Oktober 2003 wieder auf, als pakistanische Truppen unerwartet feststellten, dass die DNA eines nicht erkennbaren Leichnams nach einem blutigen Schusswechsel mit der von Khadr überein stimmte.
Die mit dem Terror verbundenen Aktivitäten anderer Mitglieder der Familie Khadr – seine Ehefrau, eine der beiden Töchter, drei der vier Söhne – ergänzen die Geschichte ihres Patriarchen.
Zum Glück gibt es auch etwas Positives zu berichten:
Wenn auch ein ungewöhnlicher Fall, dient die furchtbare Geschichte der Familie Khadr als Warnung, zeigt sie doch auf die Gefahr auf, die muslimische Eltern in Nordamerika und Europa darstellen, die so weit in die militant-islamischen Strömungen abdriften, dass sie – ganz im palästinensischen Stil – ihre Kinder in militant-islamische Waffen verwandeln, die gegen ihre eigenen Länder gerichtet werden.
Dieses Muster ist bisher selten, aber es könnte gut und gerne weiter verbreitet werden, wenn die zweite Generation islamistischer Kinder im Westen erwachsen wird. Der Schlüssel im Fall der Khadrs liegt, wie es wahrscheinlich bei anderen der Fall sein wird, in der Isolation in einer militant-islamischen Umgebung – in Schulen, Medien und gesellschaftlichem Leben. Solche Selbstabgrenzung zu verhindern muss ein dringendes politisches Ziel des gesamten Westens werden.
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