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Das U.S. Institute of Peace strauchelt

von Daniel Pipes
New York Sun
23. März 2004

Englischer Originaltext: The U.S. Institute of Peace Stumbles
Übersetzung: H. Eiteneier

Letzte Woche wurde ich zum Whistleblower. (Nach dem Merriam-Webster Lexikon ist ein Whistleblower jemand, der „die Öffentlichkeit oder Personen in Positionen mit Autorität auf Vergehen innerhalb einer Organisation aufmerksam macht".)

Das ist keine Aufgabe, die ich erwartet oder mir ausgesucht habe, aber ich fühlte mich genötigt an die Öffentlichkeit zu gehen, als das U.S. Institute of Peace in Washington, D.C., eine von Steuergeldern bezahlte Organisation, in deren Vorstand mich Präsident Bush berief, darauf bestand als Mitveranstalter einer Veranstaltung aufzutreten, an der sich eine Gruppe beteiligt, die eng mit dem radikalen Islam verbunden ist.

Diese Gruppe ist das Center for the Study of Islam and Democracy in Washington; die Veranstaltung war ein Workshop, der – entgegen meiner heftigen Einwände – am 19. März statt fand.

Der größte Teil des muslimischen CSID-Personals sind Radikale. Ich machte die USIP-Führung besonders auf eine Person aufmerksam: Kamran Bokhari. Bokhari ist Forschungs-Mitglied des CSID; als solches ist er jemand, den der Vorstand des CSID als einen Experten „von hoher Integrität und gutem Ruf" bezeichnet. Als Forschungs-Mitglied darf Bokhari an der Wahl zum CSID-Vorstand teilnehmen. Kurz gesagt: Er ist integraler Bestandteil des CSID.

Bokhari war zufälligerweise einige Jahre lang Nordamerika-Sprecher für Al-Muhadschirun, die vielleicht extremste islamistische Gruppe, die im Westen operiert. Sie feierte z.B. den ersten Jahrestag des 11. September mit einer Konferenz unter dem Titel „Auftürmender Tag der Geschichte". Sie feierte den zweiten Jahrestag, indem sie „Die großartigen 19" bejubelten. Ihre Internetseite beinhaltet derzeit ein Bild des US-Kapitols, wie es explodiert.

Al-Muhadschirun beschränkt sich auch nicht auf Worte und Bilder. Ihr in London angesiedelter Führer, Omar bin Bakri Mohammed, hat zugegeben, dass er Jihadisten rekrutiert, um in Krisenherden wie dem Kaschmir, Afghanistan und Tschetschenien zu kämpfen. Mindestens ein Al-Muhadschirun-Mitglied ging nach Israel, um sich am Selbstmord-Terror zu beteiligen. Al-Muhadschirun scheint mit einem der Flugzeugentführer vom 11.9., Hani Hanjour, in Verbindung gestanden zu haben.

Die indirekte Verbindung des USIP mit Al-Muhadschirun hat viele schädliche Konsequenzen. Die vielleicht folgenreichste davon ist die Legitimität, die das USIP nachlässigerweise auf Bokhari und das CSID überträgt; damit wird Radikalen ermöglicht, sich als Moderate auszugeben.

Diese Legitimation folgt der Annahme, dass das USIP das CSID gründlich überprüfte, bevor es mit ihm zusammen arbeitete. Aber das USIP unternahm nichts dergleichen.

Als seine Leitung darauf bestand, mit dem CSID zu arbeiten, erklärte sie ihre Gründe so: „Das CSID ist von entsprechenden Regierungsorganisationen und von glaubwürdigen, von der Regierung unterstützten NGOs überprüft und als angemessene Organisation für die Einbeziehung in öffentlich geförderte Projekte eingeordnet worden, die von der Regierung wie auch NGOs organisiert werden, darunter auch dem Institute."

Übersetzt aus der Bürokraten-Sprache heißt das: „Andere haben mit dem CSID gearbeitet, warum also nicht auch wir?"

Solches Weiterschieben der Verantwortung bedeutet aber faktisch, dass niemand seinen Verpflichtungen nachkommt – jede Organisation verlässt sich auf die anderen, die vorher dran waren. Einmal durch die Tür, gewinnt eine zwielichtige Organisation wie das CSID die Aura sie gehöre zum Mainstream.

Jedenfalls, bis ihre wahre Identität offenbart wird. Immer wieder haben sich Zweige der amerikanischen Regierung durch ihre Blindheit gegenüber dem jihadistischen Islam in Verlegenheit gebracht.

In all diesen Fällen hat niemand aufgepasst. Die Lehre ist einfach, aber mühsam: jede Regierungs-Institution muss ihre eigenen Nachprüfungen durchführen.

Im Krieg gegen den Terror reicht es nicht die Polizei und das Militär einzusetzen; es ist genauso notwendig diejenigen zu erkennen und abzulehnen, die die Ideen entwickeln, die später zur Gewalt führen. Die amerikanische Regierung muss gegenüber diesen Elementen in ihrer Mitte aufwachen, deren Loyalität im Krieg gegen den Terror bei der gegnerischen Seite liegt.

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