Daniel Pipes
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Das muslimische Europa

von Daniel Pipes
New York Post
11. Mai 2004

Englischer Originaltext: Muslim Europe
Übersetzung: H. Eiteneier

„Europa wird immer mehr zu einer Provinz des Islam, einer Kolonie des Islam." Das behauptet Oriana Fallaci in ihrem neuen Buch „La Forza della Ragione" („Die Kraft der Vernunft"). Und die berühmte italienische Journalistin hat recht: Die alt hergebrachte Festung Europa des Christentums macht rapide dem Islam Platz.

Hauptsächlich zwei Faktoren tragen zu dieser die Welt erschütternden Entwicklung bei.

Die Lücke füllen der Islam und Muslime. So, wie das Christentum nachlässt, so robust ist der Islam, so durchsetzungsfähig und ambitioniert. Während die Europäer sich erst in höherem Alter und in geringer Zahl vermehren, tun Muslime das in großer Zahl in jungen Jahren.

Rund 5 Prozent der EU – oder fast 20 Millionen Menschen – identifizieren sich derzeit als Muslime; sollte der gegenwärtige Trend sich fortsetzen, wird diese Zahl bis 2020 zehn Prozent erreichen. Wenn Nicht-Muslime vor der neuen islamischen Ordnung fliehen, was wahrscheinlich erscheint, dann könnte der Kontinent innerhalb einiger Jahrzehnte mehrheitlich muslimisch sein.

Wenn das passiert, werden große Kathedralen als Spuren einer früheren Zivilisation erscheinen – zumindest, bis ein Regime im Stile der Saudis sie in Moscheen verwandelt oder ein talibanartiges Regime sie sprengt. Die großen nationalen Kulturen – die italienische, die französische, die englische und andere – werden vermutlich verkümmern, ersetzt durch eine neue, transnationale muslimische Identität, die nordafrikanische, türkische, subkontinentale und andere Elemente verschmilzt.

Diese Vorhersage ist nicht neu. 1968 hielt der britische Politiker Enoch Powell seine berühmte „Ströme von Blut"-Rede, in der er warnte, dass das Vereinigte Königreich durch die Erlaubnis übermäßiger Immigration „sich das eigene Grab schaufele". (Diese Worte bremsten eine bis dahin viel versprechende Karriere.) 1973 veröffentlichte der französische Schriftsteller Jean Raspail „Das Lager der Heiligen", ein Roman, der Europa als der massiven, unkontrollierten Einwanderung aus dem indischen Subkontinent zum Opfer fallend beschreibt. Die friedliche Verwandlung einer Region von einer Zivilisation zu einer anderen, die jetzt im Gange ist, hat es in der Menschheitsgeschichte noch nie gegeben, was es einfacher macht, solche Stimmen zu ignorieren.

Es gibt immer noch eine Chance, dass diese Verwandlung sich nicht abspielt, aber diese Aussichten verringern sich mit der Zeit. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das aufzuhalten:

Die gegenwärtigen Trends lassen vermuten, dass die Islamisierung stattfinden wird, denn die Europäer scheinen es anstrengend zu finden Kinder zu haben, illegale Zuwanderung zu stoppen oder die Herkunft ihrer Einwanderer vielfältiger zu machen. Statt dessen ziehen sie es vor sich unerfreut in zivilisatorischer Senilität niederzulassen.

Europa hat gleichzeitig nie da gewesene Höhen an Wohlstand und Friedfertigkeit errecht – und eine einzigartige Unfähigkeit gezeigt, sich selbst zu erhalten (der Demograph Wolfgang Lutz vermerkt, dass „man das negative Moment in der Weltgeschichte noch nicht in großem Stil erfahren hat").

Ist es unvermeidlich, dass die brillanteste erfolgreiche Gesellschaft auch die erste ist, die Gefahr läuft zu kollabieren, weil es ihr an kulturellem Selbstvertrauen und an Nachkommen fehlt? Ironischerweise scheint die Schaffung eines Ortes, an dem man enorm gerne lebt, auch ein Rezept für Selbstmord zu sein. Die menschliche Komödie geht weiter.

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