Daniel Pipes
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Privilegien für den Islam?

von Daniel Pipes
New York Sun
15. März 2005

Englischer Originaltext: Which Privileges for Islam?
Übersetzung: H. Eiteneier

Im gesamten Westen stellen Muslime neue und anmaßende Forderungen; in einigen Fällen greifen sie sogar die Grundlagen der europäischen und nordamerikanischen Lebensart an. Wie soll man darauf antworten?

Hier eine allgemeine Regel: Man sollte ihnen volle Rechte bieten –aber Forderungen nach besonderen Privilegien ablehnen.

Als Beispiel sollte man sich zwei zur Zeit aktuelle Kontroversen in Kanada ansehen. Die erste betrifft die Einrichtung freiwilliger Scharia-Gerichte (Scharia ist das islamische Gesetz) in Ontario. Diese Idee wird von den gewohnten Islamisten-Gruppen wie dem Council on American-Islamic Relations-Canada und dem Canadian Islamic Congress vertreten. Am auffälligsten dagegen stellen sich muslimische Frauengruppen, angeführt von Homa Arjomand, die befürchten, dass die islamischen Gerichte, obwohl sie auf Freiwilligkeitsbasis angerufen werden sollten, dazu benutzt werden Frauenrechte zu unterdrücken.

Ich bin gegen jede Rolle, die die Scharia, ein mittelalterlicher Gesetzeskodex, im heute öffentlichen Leben einnehmen könnte, aber so lange wie Frauen nicht wirklich gezwungen werden (könnte man einen Ombudsmann schaffen, um das sicher zu stellen?), sehe ich keinen Grund, dass man den Muslimen das Recht verwehren sollte sich an private Schiedsleute zu wenden, wie das jeder Kanadier auch machen kann.

Andererseits sind muslimische Forderungen nach einem exklusiven Gebetsraum an der McGill-Universität in Montreal empörend und inakzeptabel. Als säkulare Institution stellt die Universität prinzipiell keiner religiösen Gruppe eine permanente Gebetsstätte auf dem Campus zur Verfügung. Trotz dieser universellen Politik besteht die Muslim Student Association, die Teil einer wahhabistischen Lobby ist, auf genau einem solchen Ort, droht gar mit einer Klage wegen Menschenrechtsverletzung, wenn man sich ihnen widersetzt. McGill muss standhaft bleiben.

Der Schlüssel-Unterschied ist: passen muslimische Ansprüche in einen existierenden Rahmen oder nicht? Wo sie passen, gibt es Platz für sie, wie in den folgenden Fällen:

Angehörige anderer Minderheits-Religionen können einen freien Tag bekommen, Bärte tragen oder ihre Toten auf privaten Friedhöfen entsorgen – warum also nicht auch Muslime?

Im Gegensatz dazu sind besondere Privilegien für den Islam und Muslime in den folgenden Fällen inakzeptabel:

Die Trennlinie liegt auf jedem Fall darin, ob Muslime es akzeptieren, sich in die bestehende Ordnung einzufügen oder diese umstürzen wollen. Innerhalb des Systems zu arbeiten ist in Ordnung, das Regiment an sich zu reißen nicht. In amerikanischen Begriffen: Muslime müssen den Rahmen der Verfassung akzeptieren, nicht ihn beseitigen.

Dieser Ansatz schließt ein, dass muslimische Forderungen anhand früherer Taten und aktuellem Verhalten beurteilt werden, nicht abstrakt. Der Kontext ist überaus wichtig.

Deshalb ist es für den Regionalrat des Elsass durchaus in Ordnung bei der Finanzierung der Großen Moschee von Straßburg zu helfen, denn dieses Gremium half auch bei der Bezahlung der Renovierung des Straßburger Münsters und der Großen Synagoge der Stadt. Es ist aber etwas ganz anderes, wenn die Stadt Boston in Massachusetts Land weit unter Marktwert für einen islamischen Gebäudekomplex verkauft; diese Vorzugsbehandlung ist für andere Religionsgruppen in dieser Stadt undenkbar.

Westliche Regierungen und andere Institutionen müssen den Muslimen dringend signalisieren, dass diese zu akzeptieren haben, dass sie nur eine Religionsgruppe unter vielen sind und dass Dominanz-Ansprüche scheitern werden. Um das zu erreichen, müssen Regierungen Prinzipien und konsequente Politik einführen müssen, die genau aufzeigen, welche muslimischen Privilegien akzeptierbar sind und warum.

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